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Romantischer Mittelrhein - Weltkulturerbe zwischen Bingen und Koblenz PDF Drucken E-Mail

"Die Luft ist kühl, und es dunkelt, und ruhig fließet der Rhein; der Gipfel des Berges funkelt im Abendsonnenschein“ so beginnt Heinrich Heine’s Mär von der Loreley. Aber das ist längst nicht alles, was auftaucht neben den Fluten des Mittelrheins. Zumindest in der Phantasie des Reisenden. Unwillkürlich drängen Walküre, Rheintöchter und Alberich an die Oberfläche. Ganz im Gegensatz zur Realität, in welcher kaum Aussicht besteht, dass der geheimnisumwitterte Schatz der Nibelungen von den Fluten jemals wieder freigegeben wird.

So trägt der Fluss nicht nur die Schiffe mit sich, sondern immer auch die Märchen und Sagen aus alter Zeit. Was Wunder, dass der Mittelrhein samt seinen Tälern auf die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO gesetzt wurde. Dort zwischen Bingen und Koblenz reihen sich die Burgen aneinander wie Perlen auf einer Kette und erzählen von tapferen Rittern und schönen Burgfräuleins. Katz und Maus, so märchenhaft klingen ihre Namen. Rheinromantik pur! Lieblich ist die Landschaft, doch der Wein, der an den Hängen der umliegenden Weinberge gedeiht, ist eher trocken oder halb trocken wie die als „Loreley Riesling“ bezeichneten, sortenreinen Qualitätsweine. Und wo lässt sich ein guter Tropfen schöner genießen als im Ambiente der Weinstuben, Straußwirtschaften und Gutsschänken.

Die historischen Städte am Mittelrhein lassen sich auf vielfältige Weise erleben, erfahren und erwandern. Gleich ob mit dem Fahrrad, Auto oder Motorrad – immer führen die Wege durch eine sagenumwobene Landschaft. Linksrheinisch und an der Nahemündung gelegen, empfängt Bingen seine Besucher mit schönen Promenaden zwischen Stadtfront und Rheinufer und dem weit über seine Grenzen bekannten Mäuseturm. Dessen Name hat weniger mit den possierlichen Tieren zu tun als mit seiner vormaligen Funktion als Zoll Turm zum Zwecke der Eintreibung der Maut (Mäuse) von den Schiffern. Allerdings gibt es da noch eine Geschichte von einem geizigen Bischof, der seine Untertanen ausplünderte und schließlich auf der Flucht in jenem Turm landete, wo er von den Mäusen aufgefressen wurde. Wahrheit oder Legende? Wer weiß das schon? Mehr Überlieferungen gibt es von der heilkundigen Mystikerin und Gründerin des Klosters Rupertsberg, Hildegard von Bingen.

Vor Oberwesel, Boppard und Koblenz lockt das Städtchen Bacharach mit seiner mittelalterlichen Stadtbefestigung und ihren vielen Türmen. Der historische Marktplatz bezaubert mit alten Fachwerkbauten. Wie weit der Weingott Bacchus an der Namensgebung beteiligt war, ist unklar. Aber, wie viele andere, wäre auch er mit Sicherheit dem Zauber des Rheins nicht entkommen. Für Viktor Hugo jedenfalls galt Bacharach als „eine der schönsten Städte der Welt“.

Die verarmten Adelsbauten entlang des Mittelrheins werden schon lange nicht mehr von heldenhaften Rittern bewohnt. Sag mir, wo die Ritter sind, wo sind sie geblieben? Vielleicht finden sie sich heute unter den 300.000 Mitgliedern des Fußball-Verband Mittelrhein. Zu den Zielsetzungen des Verbandes gehören Fair Play und sozial- und gesellschaftspolitisches Engagement und das hat zweifelsohne etwas Ritterliches.

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